
© Powerwolf
2015! Das Jahr in dem das Hellfire Magazin geboren wurde. Zum 10-jährigen Jubiläum haben wir vom Hellfire unsere Lieblingsalben aus 2015 noch einmal unter die Lupe genommen und stellen diese nun in den nächsten Wochen bis Weihnachten in einer Special Review nach und nach vor. Weiter geht es mit einem Power Metal Meisterwerk von Powerwolf!
Geschrieben von: Klaus S.
Band: Powerwolf
Album: Blessed & Possessed
Genre: Power Metal
Plattenfirma: Napalm Records
Veröffentlichung: 17.07.2015
Wenn es um die Premium Scheibe des Jahres 2015 geht, komme ich als alter Power Metal Jünger (Kollege Keiber würde auch Schlager Fan sagen) natürlich an POWERWOLF nicht vorbei. Mit ihrem zwei Jahre zuvor erschienenen Album „Preachers Of The Night“ konnte das Wolfsrudel erstmals die Spitze der heimischen Album Charts erklimmen und damit für einen vorläufigen Höhepunkt in der Karriere der aus Rumänien (oder eher Saarland) stammenden Band markieren. Entsprechend hoch waren die Erwartungen an den im Sommer 2015 erschienenen sechsten Longplayer „Blessed & Possessed“ .
Nun, für die einen ist diese Scheibe lediglich eine weitere Wiederholung des bewährten Sounds mit hohem Cheese-Faktor und Over-The-Top Theatralik. Für die anderen – so wie mich – ist „Blessed & Possessed“ nicht mehr und auch nicht weniger als eine Ansammlung von Hits auf allerhöchstem Niveau. Allein der rasante Doppelpack zu Beginn, bestehend aus dem Titeltrack sowie „Dead Until Dark„, fegt mit seinen üppigen Ohrwurm-Melodien, fetzigen Soli und choraler Untermalung regelrecht über einen Hinweg.
Mit „Army of the Night“ sowie „Armata Strigoi“ folgen zwei Stücke, die aus den Setlists der Live-Shows nicht mehr wegzudenken sind, besonders die Interaktionen mit dem Publikum bei Letztgenanntem sorgen regelmäßig für Gänsehaut Momente. Besser geht’s einfach nicht. Das nachfolgende, etwas gesetztere „We are the Wild“ wirkt da oberflächlich betrachtet fast schon etwas blass, doch dieser Eindruck verfliegt spätestens mit den „Wild! Wild!“ Rufen in der Bridge, vom unwiderstehlichen Chorus ganz zu schweigen.
„Higher than Heaven“ und „Christ & Combat“ treiben das Tempo wieder ordentlich in die Höhe und sind im Gegensatz zu den zuvor gehörten Tracks keine offensichtlichen Hits, entfachen ihr Potential mit jedem Durchlauf mehr und mehr. Dass kann man von „Sanctus Dominus“ nur wahrlich nicht behaupten, die überwiegend mit lateinischen Texten versehene Nummer krallt vom ersten Hören an in den Hirnwindungen fest. „Sacramental Sister“ gehört nicht nur ebenfalls zu den etwas gesetzteren Songs, auch erinnert so manches Riff der Greywolf-Brüder an Iron Maiden, was sicherlich nicht die schlechteste Referenz ist.
„All you can Bleed“ lässt zunächst an eine Ballade denken, nimmt dann aber in gewohnter Manier Fahrt auf, während „Let there be Night“ sich als episch Schlussakkord mit opulenter Orgel-Untermalung erweist, der das Album auf grandiose Weise abschließt.
Machen wir es kurz, „Blessed & Possessed“ war und ist ein Meisterwerk und gehört für mich neben „Blood Of The Saints“ (2011), „The Sacrament Of Sin“ (2018) und „Call Of The Wild“ (2021) zur Speerspitze der Powerwolf-Discographie, das in jede Metal-Sammlung gehört, sofern man dieser Art des Edelstahls etwas abgewinnen kann.
Von mir gibt es 10 von 10 Hellfire Punkten.
Tracklist:
1. Blessed & Possessed
2. Dead Until Dark
3. Army Of The Night
4. Armata Strigoi
5. We Are The Wild
6. Higher Than Heaven
7. Christ & Combat
8. Sanctus Dominus
9. Sacramental Sister
10. All You Can Bleed
11. Let There Be Night
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