
© Hatebeak
2015! Das Jahr in dem das Hellfire Magazin geboren wurde. Zum 10-jährigen Jubiläum haben wir vom Hellfire unsere Lieblingsalben aus 2015 noch einmal unter die Lupe genommen und stellen diese nun in den nächsten Wochen bis Weihnachten in einer Special Review nach und nach vor. Dieses mal etwas völlig Schräges: Hatebeak mit Waldo, einem Graupapagei als „Sänger“…
Geschrieben von Tim Braff
Band: Hatebeak
Album: The Number of the Beak
Genre: Grindcore, Brutal Death Metal
Plattenfirma: Reptilian Records
Veröffentlichung: 25.9.2015
Wenn ich behaupte, dass Hatebeak die vermutlich einzigartigste Band aus dem Metal ist, ist das womöglich nicht mal übertrieben. Die Band besteht, bzw. bestand aus den Mitgliedern Mark Sloan (Bass & E-Gitarre), den 2024 verstorbenen Blake Harrison (Schlagzeug) und ihrem Aushängeschild und Sänger Waldo, der ein südafrikanischer Graupapagei ist. 2003 gegründet, haben sie schnell eine gewisse Bekanntheit erlangt, insbesondere durch ihren einmaligen Mix aus brutalem Death Metal, Grindcore und Papagei-Gekreische – Waldo kann keine Stimmen imitieren -, wodurch einige Magazine und auch MTV auf sie aufmerksam wurden. Die Band aus Baltimore, USA spielt und spielte keine Live-Konzerte, um Waldo nicht unter Stress zu setzen. Dennoch waren sie einmal im TV bei der Howard Stern Show, wodurch sie womöglich die härtste Band sind, die jemals so einen großen TV-Auftritt hatten.
2015 haben sie dann ihr bis dato einziges Studioalbum „The Number of the Beak“ veröffentlicht, was eine deutliche Anspielung auf Iron Maiden’s„The Number of the Beast“ ist. Allgemein gehören Bandparodien zu ihrem Grundsatz, wodurch man Anspielungen auf Größen wie Hatebreed, Maiden, Burzum, Judas Priest und noch viele mehr findet; ihr ganzes Album ist eine reinste Sammlung an lustigen Wortspielen, die Bands parodieren.
Stilistisch zeigt sich die Band stets konsequent chaotisch, kompromisslos und heftig auf ihre Art und Weise. Blast Beats, technisches Chaos auf der Gitarre und eine düstere Atmosphäre werden durch Teils verstörende Vogelschreie untermalt. Wenn Waldo kreischt, schafft er es, die sonstigen Vocals, die man aus dem Metal kennt, harmlos klingen zu lassen. Dieses Konstrukt erreicht eine andere Dimension von Sound, der dir ins Gesicht schlägt. Da können Black Metal Bands oder Bands wie Gutalax vocaltechnisch einpacken, wenn Waldo als Vergleich verwendet wird.
Die Absurdität, dass ein Papagei der Mittelpunkt ihres Sounds ist, sehe ich für mich als größte Stärke von „The Number of the Beak“. Ein stark produziertes Album mit solch einer Härte hat schon für den ein oder anderen Lachkrampf bei mir gesorgt. Ein Album kann auf verschiedene Art und Weise ein „gutes“ Album werden… das schafft „The Number of the Beak“ durch seine komische Unterhaltung. Das ist auch die Intention hinter all dem, weswegen Hatebeak überhaupt besteht. Sie wollen Death Metal eine neue Facette geben und gleichzeitig Hörer unterhalten.
Ich finde das sehr lustig und dementsprechend sehr kultig. Irgendwie ist das schon quasi ein Sinnbild für den Metal, welcher im innersten Kern sehr locker und lustig ist, während die Schale aus Härte und Wut besteht.
Den größten Wow-Effekt in „The Number of the Beak“ hat der Song „God of Empty Nest“, wo Waldo – das ist kein Witz – einen der brutalsten Growls der Metal Geschichte aufs Band bringt. Im ersten Moment könnte man meinen, dass dies von einem Menschen stammt, aber im Verlaufe des Songs wird dann deutlich, dass der Papagei diesen Growl erzeugt hat. Momente wie diese zeichnen das Album aus.
Fazit: „The Number of the Beak“ ist für mich das unterhaltsamste Album der Metal Geschichte mit dem wohl ungewöhnlichsten Sound, den der Metal zu bieten hat. Neben lustigen Metal-Parodien und absurden Vocals zeigt sich der Sound allgemein als einen kompromisslosen Schlag ins Gesicht.
10 von 10 Hellfire-Punkten!
Tracklist:
01 – Birdzum
02 – Molt Thrower
03 – Roost in Peace
04 – Seven Perches
05 – Pecking Crew
06 – His Grey Wings
07 – Beak of Putrefaction
08 – God of Empty Nest
09 – Seeds of Destruction
10 – Birdseeds of Vengeance
11 – Bird Bites, Dog Cries
12 – Feral Parrot
13 – Hellbent for Feathers
14 – The Thing That Should Not Beak
Weitere Infos:









