Demonessa – Wild ‚N‘ Loud

© Demonessa

Geschrieben von: Klaus S.
Band: Demonessa
Album: Wild ‘N’ Loud
Genre: Heavy Metal
Plattenfirma: Independent
Veröffentlichung: 01.05.2026

DEMONESSA ist eine aus Tampere, Finnland stammende Band, die sich dem Sound der glorreichen 80er Jahre verschrieben hat. Gegründet wurde die Truppe bereits im Jahr 2019, doch mit Ausnahme einiger Vorab-Singles konnten DEMONESSA bislang nicht mit einem Album aufwarten. Mit „Wild ‚N‘ Loud“ liegt nun ihre Debüt Scheibe vor. Also in die Spandex gezwängt, die Langhaar-Perücke entstaubt und los geht’s.

Doch wer erwartet hat, die Finnen würden im Opener „Till Death Do Us Part“ sofort auf Vollgas schalten, der irrt, denn die Nummer wird von einer länger Akustik-Sequenz eingeleitet, bevor dann (endlich) das Metal Beast von der Leine gelassen wird. Und auch wenn ich es nicht bereits erwähnt hätte, fühlt man sich vom ersten Riff an auf eine Zeitreise versetzt, bei der mir aufgrund der weiblichen Vocals fast schon zwangsläufig Warlock in den Sinn kommen, auch wenn die gute Senja ehrlicherweise nicht ganz über das Charisma von Doro verfügt. Ungeachtet dessen wird hier gebangt und gepost bis die Buchse reißt – mit anderen Worten: macht Laune!

Das folgende „High Voltage Renegade“ macht seinem Titel alle Ehre und strotzt förmlich vor Energie, wo hingegen „M.A.D.“ weniger auf Tempo denn auf groovige Riffs und mitgrölbarem Refrain setzt. Der Titeltrack ist ein fetter Midtempo Banger, der sofort in die Nackenmuskulatur übergeht. „Queen Of Pain“ pendelt irgendwo zwischen Power Ballade (Strophe) und eingängigem Metal Track (Refrain, Solo) und zählt trotz etwas düsterer Ausrichtung zu den Highlights des Albums.

„Livin‘ Out Of Spite“ gibt sich wieder rockiger, kommt aber im Gegensatz zu den vorherigen Stücken vergleichsweise etwas leichter zugänglich daher. „Slowly Losing My Mind“ schlägt eine ähnliche Richtung ein, wobei hier die Hooks doch etwas ausgeprägter sind. Während „In Decay“ wieder an der Geschwindigkeitsschraube dreht und zum Abrocken animiert, wummert „In The Depths Of Hell You’ll Burn“ wuchtig aus den Boxen, ohne sich jedoch zu sehr in Rasanz zu verlieren. Mit „We Rule The Night“ haben DEMONESSA dann eine stürmische Metal Hymne am Start, die nicht nur aufgrund der „OhOh“ Gesänge schnell zum Fan-Liebling avisieren dürfte.

„I Stand Alone“ ist das dann die fast schon zu erwartende Ballade, die allerdings für meinen Geschmack etwas farblos rüberkommt, lediglich die Solo-Parts überzeugen und bleiben nachhaltig in Erinnerung. Mit klassischen Riffs, die grob in Richtung Priest denken lassen, beschließen DEMONESSA dann kraftvoll das Album, wobei passenderweise der Schluss des Tracks an das Finale einer Live-Show denken lässt.

Was also bleibt nach knapp fünfundfünfzig Minuten „Wild ‚N‘ Loud“? Zum einen die nicht wirklich neue Erkenntnis, dass nostalgischer 80er Metal niemals aus der Mode kommt! Zum anderen ein mit unüberhörbarem Herzblut eingespieltes Album, bei dem trotz vieler guter Ansätze und Songs – erst recht für ein Debüt Album – für die Zukunft sicherlich noch Luft nach oben bleibt!

Von mir gibt es 7,5 von 10 Hellfire Punkten.

Tracklist:

  1. Till Death Do Us Part
  2. High Voltage Renegade
  3. M.A.D.
  4. Wild ‚N‘ Loud
  5. Queen Of Pain
  6. Livin‘ Out Of Spite
  7. Slowly Losing My Mind
  8. In Decay
  9. In The Depths Of Hell You’ll Burn
  10. We Rule The Night
  11. I Stand Alone
  12. A Knife To A Gunfight

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