Dark Indication – Suppressed Horror

© Dark Indication

 

Geschrieben von: Johannes „Jojo“ Knopp
Band: Dark Indication
Album: Suppressed Horror
Genre: Death Metal
Plattenfirma: Indepentent
Veröffentlichung: 27.06.25

 

„Dark Indication“ aus Ingolstadt haben sich seit ihrer Gründung 2022 schnell einen Namen in der Metal Undergroundszene gemacht. Mit „Suppressed Horror“, präsentieren sie ihr Debütalbum und prügeln in 38 Minuten 8 Songs und ein Intro durch. Produziert in den Flatliners Studios und von Tobias Schill gemixt/mastered, verbindet die Band tiefe Growls, präzise Drums und dichte Atmosphäre. Textlich verspricht die Scheibe eine cineastische Reise in die Abgründe menschlicher Psychosen und diese gehe ich jetzt mal alle durch. 

Der knapp einminütige Intro-Track „Descent into the Dunkelheit“ gießt mit düsteren Synth-Texturen und entfernten Stimmen sofort Gänsehaut über den Nacken. Es ist, als betritt man einen verlassenen Keller der neugierig macht und auf das Kommende einstimmt.

Mit dem Titeltrack „Suppressed Horror“ setzen „Dark Indication“ ein kraftvolles Statement: Mid-Tempo-Riffs erinnern an klassische Autopsy-Grooves, während sphärische Keyboard-Schleier und Texte über innere Dämonen dem Hörer das Gefühl geben, in ein psychisches Labyrinth gezogen zu werden. Hier merkt man, wie viel Herzblut in jede Note geflossen ist.

In „Creations of Flesh“ entfaltet sich eine morbide Poesie: Bilder von Marionetten und blutgetränkten Puppen verquickt die Band mit einer packenden Bridge, die melodische Gitarrenleads à la early Amorphis aufblitzen lässt. Die Lyrics thematisieren das Spiel mit Identitäten und körperlicher Verwandlung – düster und doch eingängig.

„Intermittent Explosive Disorder (IED)“ ist pures Adrenalin: Blast-Beats rasen im Zorn, Growls prasseln wie eine Grenzerfahrung. Ähnlich hektisch wie manche Napalm-Death-Momente, bleibt das Riffing aber melodisch genug, um nicht in technisch überladene Belanglosigkeit abzugleiten – ein knallharter Kurzschuss, der jedoch zwischendurch eine kleine melodische Hook setzt.

Mit Gastvokalist Danny Burns hebt „Moloch“ die Spannung auf ein anderes Level. Die orientalisch angehauchten Melodien und der urgewaltige Chorus erinnern an eine Mischung aus Hypocrisy-Atmosphäre und Moonsorrow-Epik. Lürwes Texte über Opferbereitschaft und blutige Rituale bekommen dadurch eine fast schon filmische Dimension.

„Godless Ways“ punktet mit stoischem Groove und einem Thema, das die Abwesenheit jeglichen Glaubens forcieren will. Die Lyrics zeichnen ein finsteres Bild von Erlösungslosigkeit – ein solider Stampfer, der die Platte im Fluss hält.
Der Thrash-Ausraster „Vorschlaghammer“ setzt klassische Sodom-Vibes frei: treibende Riffs, rabiate Breakdowns und ein Refrain, der live garantiert jeden Nacken brechen wird. Die Texte über brutale Vergeltung nehmen den Hörer mit in einen rauen Pit – hier spürt man die Spielfreude der Band am deutlichsten.
In „Deathcreeper“ schleichen sich doomige Lead-Lines ein und weben ein Netz aus unterschwelliger Bedrohung. Der lyrische Fokus auf Furcht vor dem Unbekannten und verfallenen Seelen schafft Spannung auf slow-motion Weise und setzt an den richtigen Stellen tödliche Hooks.

Den Abschluss bildet „Gates of Madness“ mit Jasmin Ballaney, das epische Sieben-Minuten-Epos. Die Gegenüberstellung von aggressiven Growls und klar gesungenen Passagen malt ein Bild von Wahnsinnstoren, die sich Öffnen und Schlupfwinkel der Vernunft freigeben. Melodramatisch, ohne in Kitsch abzurutschen, erinnert dieser Track an die großen Death-Doom-Finalen.

„Suppressed Horror“ atmet Leidenschaft: „Dark Indication“ zeigen ihr technisches Können genauso wie ihr Gespür für Szene-relevante Melodien. Manchmal wünscht man sich die eine oder andere Hook sowie ein paar Melodic Highlights um noch einprägsamer zu wirken. Trotzdem machen gerade die unberechenbaren Twists zu einem persönlichen Output, sowie die erzählerische Kraft der Lyrics und die cineastische Umsetzung machen das Debüt zu einem erfrischend herzlichen Beitrag im modernen Old-School-Death-Metal. Für alle, die auf modernen, emotionalen Death Metal stehen und eine Band sehen wollen, die ihr Herz aufs Sleeve packt, ist dieses Debüt ein Muss und deshalb vergebe ich 8,0 von 10 Hellfire Punkten.

 

Tracklist:

01.Descent into the Dunkelheit (Intro)    
02.Suppressed Horror
03.Creations of Flesh
04.Intermittent Explosive Disorder (IED)
05.Moloch (feat. Danny Burns)
06.Godless Ways
07.Vorschlaghammer
08.Deathcreeper
09.Gates of Madness (feat. Jasmin Ballaney)

 

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2 Kommentare

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