
© Crystal Skull
Geschrieben von: Klaus S.
Band: Crystal Skull
Album: Arcane Tales
Genre: Power Metal
Plattenfirma: Underground Symphony Records
Veröffentlichung: 25.06.2025
Das Projekt CRYSTAL SKULL entstand aus der Leidenschaft des italienischen Gitarristen/Bassisten Claudio Livera (alias Claudio The Reaper) für teutonischen Power-/Speed-Metal der 80er und 90er Jahre, einer wahren Blütezeit des Genres, mit Bands, die bis heute unübertroffen sind, wie Running Wild, Accept, Grave Digger, Blind Guardian, Helloween, Gamma Ray, Scanner, Rage, Heavens Gate, X-Wild usw. Da es für ihn unmöglich war, geeignete Mitstreiter in seiner Gegend zu finden, entschloss er sich, im Alleingang unzählige Songs zu komponieren. Der erste Longplayer wurde dann aber erst im Jahr 2020 veröffentlicht („Ancient Tales“), dem nun eine zweite Scheibe nachfolgt.
Mit Blick auf die erwähnten Idole des guten Claudio scheinen insbesondere die Jungs von Running Wild einen maßgeblichen Einfluss auf das Songwriting gehabt haben, denn sowohl das teils gesprochene, teils instrumentale Intro „Prelude To Darkness“ als auch das folgende, höchst dynamische „Gates Of Skull“ atmen den Geist von Rock’n Rolf & Co. Auch die speedige Einleitung sowie vereinzelte Gitarren-Passagen von „Prisoner In The Night“ könnten ebenso gut von den deutschen Power Metal Pionieren stammen, dafür geht es im Chorus deutlich melodischer zu, was eher an diverse Teutonen-Konkurrenten denken lässt.
Allzu groß sind die Veränderungen bei „Stormbreaker (Turok’s Axe)“ nicht ausgefallen, das Gehörte klingt nach einem Mix aus dem bereits mehrfach genannten Running Wild und alten Helloween/Gamma Ray, wobei man das vorzüglich Solo nicht unerwähnt lassen sollte, während der Refrain eher als simpel und vielleicht wenig originell rüberkommt.
Nach dem heroischen Intermezzo „Hall Of Eternity (Intro)“ folgt dann tatsächlich fast so etwas wie ein Stielbruch, denn auf „Ancient’s Ritual“ gewinnen die Italiener deutlich mehr an Eigenständigkeit, auch wenn die höchstmelodische Hookline wie gehabt eine gewisse Made-in-Germany Färbung aufweist. Mit „Am-Aras (Black Lord)“ haben die Südeuropäer eine krachende Speed Metal Granate im Gepäck, dessen Gesangslinie mich an die legendären Stormwitch denken lässt. „The Underdark“ ist da von gang anderem Kaliber, hier rücken CRYSTAL SKULL vom tempodominierten Metal etwas ab und lassen stattdessen ausreichend Platz für einen eher episch-erzählerischen Track, der zweifelsfrei zu den besten Stücken des Albums gehört und dessen Machart die Band gerne häufiger nachkommen könnte.
„Queen Of The Black Moon (Erevyn’s Fate)“ mit seiner anfänglichen Start/Stopp Rhythmik und den ausgefeilten Gesangs-Harmonien zeigt die Band von einer etwas theatralischeren Seite und wandelt auf den Spuren ihrer Landsleute Rhapsody (Of Fire), wenn auch mangels Bombast in abgespeckter Version. Nach dem eher zu vernachlässigendem Akustik-Zwischenspiel „Horizon’s Nightstorm“ setzen CRYSTAL SKULL wieder auf Altbewährtes, entsprechend schnell und wuchtig fällt „Defenders“ dann auch aus.
Auch auf „Glory Or Damn (Turok’s Damnation)“ geben Claudio & Co. nochmals Vollgas, wobei die melodische Gewichtung nicht von ungefähr eine gewisse Gamma Ray Neigung aufweist. Zu guter Letzt folgt mit dem fast neuneinhalb minütigen Schlusstrack „Homecoming (Regdar’s Tragedy)“ die von mir zuvor gewünschte epischere Ausrichtung. Dank der Mischung aus akustisch-gehaltenen Momenten, kraftvoll-aggressive Riff-Attacken und ausgefeilten Hooks beweist die Band, dass sie weitaus mehr draufhat als nur stumpf dem Vintage-Wild Stil zu folgen.
Ich könnte durchaus nachvollziehen, wenn der eine oder andere den Italienern mangelnde Eigenständigkeit vorwerfen würde, schließlich sind die Vorbilder allzu offensichtlich. Wer dies aber außer acht und sich ganz auf die Musik einlässt, der entdeckt ein wahrlich gelungenes Power Metal Alben, dass jeden Anhänger dieses Genres mehr als zufriedenstellen sollte.
Von mir gibt es 8 von 10 Hellfire Punkten.
Tracklist:
01 Prelude To Darkness (Intro)
02 Gates Of Skull
03 Prisoner In The Night
04 Stormbreaker (Turok’s Axe)
05 Hall Of Eternity (Intro)
06 Ancient’s Ritual
07 Am-Aras (Black Lord)
08 The Underdark
09 Queen Of The Black Moon (Erevyn’s Fate)
10 Horizon’s Nightstorm (Instrumental)
11 Defenders
12 Glory Or Damn (Turok’s Damnation)
13 Homecoming (Regdar’s Tragedy)
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