Crossfire: Five Finger Death Punch – BEST OF (Volume 2)

© Five Finger Death Punch

 

Crossfire: Five Finger Death Punch – BEST OF (Volume 2)
Band: Five Finger Death Punch 
Album: BEST OF (Volume 2)
Genre: Groove- /Alternative- / Modern Heavy- / New Wave Of American Heavy Metal
Plattenfirma: Better Noise Music
Veröffentlichung: 24.10.2025

 

Tim Karow

Wenn eine Band es schafft, den Spagat zwischen Stadionhymne und Faustschlag hinzubekommen, dann sind es Five Finger Death Punch. Kaum eine moderne Metalband hat in den letzten anderthalb Jahrzehnten so zuverlässig abgeliefert, polarisiert und gleichzeitig die Massen bewegt. Mit „Best Of Volume 2“ liefern die Herren um Ivan Moody und Zoltan Bathory nun den zweiten dicken Rundumschlag ihrer Karriere, und das Teil schlägt sich besser als der erste Versuch. Während Volume 1 stellenweise noch ein bisschen unübersichtlich wirkte und man das Gefühl hatte, dass einige Hits sich im Wust verloren, wirkt diese zweite Zusammenstellung deutlich stringenter, kraftvoller und konsequenter.

Schon der Einstieg mit „Hell To Pay“ zeigt, dass hier keine halben Sachen gemacht wurden. Der Song knallt kompromisslos aus den Boxen, die Produktion ist glasklar, aber mit ordentlich Wumms, genau so, wie man es von FFDP erwartet. Die Band versteht es meisterhaft, Härte und Eingängigkeit miteinander zu verbinden. Egal, ob Midtempo-Groover oder Vollgas-Stampfer, alles sitzt.

Besonders schön ist die durchdachte Songreihenfolge. Auf die klassischen Prügelnummern wie „Burn MF“ oder „Trouble“ folgen gefühlvolle Momente, etwa „Cold“ oder das immer wieder beeindruckende „Blue On Black“. Dieses Wechselspiel aus Aggression und Emotion macht „Best Of Volume 2“ zu mehr als einer bloßen Hit-Sammlung. Während der erste Teil noch teilweise holprig wirkte und einzelne Tracks eher zufällig zusammengewürfelt erschienen, wirkt diese Compilation durchdacht, als hätte man aus den Erfahrungen der letzten Jahre gelernt.

Und dann wären da noch die Live-Versionen, die dem Album den letzten Feinschliff geben. „Wrong Side Of Heaven“ ist hier das absolute Highlight. Was im Studio schon stark war, wird live zur Gänsehautoffenbarung. Moody zeigt, dass er nicht nur brüllen, sondern auch fühlen kann, und das Publikum gibt dieser Band die Energie zurück, die sie seit Jahren in jede Show steckt.

Natürlich gibt’s auch kleine Ausreißer. „The End“ mit Babymetal ist so ein Fall, mutig, ja, aber nicht ganz geglückt. Das Experiment scheitert nicht klanglich, sondern stilistisch: zwei Welten, die sich eher vorsichtig berühren als wirklich verschmelzen. Trotzdem. Lieber einmal zu viel gewagt als in der Komfortzone versauert.

Der Sound des Albums ist eine absolute Wucht. Jede Gitarrenwand klingt fett, jeder Basslauf schiebt, jedes Schlagzeug brennt sich ein. Hier merkt man, dass FFDP längst auf internationalem Top Niveau operieren. Die Produktion ist so druckvoll und sauber, dass selbst eingefleischte Metalheads sofort ins Nicken geraten.

All In All , ist der zweite Teil besser Al der erste.  „Best Of Volume 2“ ist für mich die rundere, reifere und konsequentere Sammlung von Five Finger Death Punch -Hits. Anders als beim ersten Best-Of fühlt sich hier jeder Song wie ein Volltreffer an. Wer die Band kennenlernen will oder einfach seine Sammlung vervollständigen möchte, kommt an diesem Album nicht vorbei. Von mir aus 9 von 10 Hellfire-Punkten.

 

Tim Braff 

Five Finger Death Punch feiert ihr 20. Jubiläum als Band und hat dafür ein Best Of (sogar 2!) aus 20 Jahren Bandgeschichte erstellt, das überwiegend aus unzähligen Hits der Band besteht. Die amerikanischen Metaler aus Las Vegas gehören seit Jahren zu den größten Metalbands Amerikas und nichts, was die Band in der Musikwelt irgendwie fabriziert, bleibt unbemerkt. Deswegen ist ihr „Best Of (Volume 2)“ erst recht aktuell im Vordergrund und ich muss sagen, dass sie von Volume 1 zu Volume 2 echt eine Schippe draufgelegt haben. 

Ohne genauer auf Volume 1 einzugehen, muss man sagen, dass der Vorgänger zu Volume 2 einfach enttäuschend war. Volume 2 hat aber genau das, was das Hellfire-Team noch bei Volume 1 als fehlend erachtet hat.

Die Songauswahl wirkt organisch und kohärent. Man merkt gar nicht, dass die Songs eine bunte Mischung aus 20 Jahren Bandgeschichte sind. Des Weiteren sind die Neuauflagen der Songs grundsolide gestaltet, da man den Kern des Originals nicht verändert und einfach nur die Produktion aktualisiert, wodurch die Vocals einen Ticken qualitativer und die Instrumentals fetter wirken, was für mich genau den Sinn und Zweck einer Neuauflage darstellt. 

Neben 15 klassischen Neuauflagen findet sich auch eine vielleicht erstmal ungewöhnlich klingende Kollaboration mit Babymetal, die es aber ordentlich in sich hat. Von all den Neuauflagen ist das auch die, die mir persönlich am besten gefällt, da einerseits der Song „The End“ weiterhin die Song-DNA behält und kräftiger produziert ist und andererseits Babymetal sehr passend eingearbeitet wurde in den Song, sodass diese Neuinterpretation sogar einen neuen Hauptkern bekommt, der aber auch irgendwie widersprüchlich zum Image von Five Finger Death Punch ist. 

Die letzten 3 Tracks des Best Ofs sind dann solide Live-Versionen von „Jekyll And Hyde“, „Wash It All Away“ und “ Wrong Side Of Heaven“, die sowohl stimmungstechnisch als auch einfach musikalisch überzeugen können.

Ein Compilation-Album hat ja nochmal einen anderen Sinn als ein gewöhnliches Album. Und auch dort sehe ich, dass „Best Of (Volume 2)“ dafür bestens geeignet ist, denn man erhält als Fan einen unterhaltsamen Tonträger, der als eine gute Überbrückung, bis Neueres auf den Markt kommt, geeignet ist und gleichzeitig bekommen Hörer auf Streamingplattformen ein vielseitiges und zusammenfassendes Album, was dennoch auch neue Elemente aufweist. 

Fazit: Mit „Best Of (Volume 2)“ hat Five Finger Death Punch ein sehr unterhaltsames Compilation-Album auf den Markt gebracht, was 20 Jahre Band Jubiläum durchaus würdig und vielmehr als nur eine unnötige Geldmacherei ist. Im Gegensatz zu Volume 1 hat dieser Tonträger das gewisse Etwas und fühlt sich nach was Neuem an, obwohl man die Songs eigentlich kennt.
8,5 von 10 Hellfire-Punkten!

Somit ergibt sich ein Durchschnittswert von 8,75 von 10 Hellfire-Punkten.

 

Tracklist:

01 Hell To Pay 
02 The End (feat. Babymetal)
03 M.I.N.E (End This Way)
04 Hard To See
05 Got Your Six
06 Cold
07 Burn Mf
08 Never Enough
09 Sham Pain
10 Blue On Black
11 I Apologize
12 Trouble
13 When The Seasons Change
14 Cradle To The Grave
15 My Nemesis
16 Walk Away
17 Wash It All Away (Live)
18 Wrong Side Of Heaven (Live)
19 Jekyll & Hide (Live)

 

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