Crashdiet – Automaton

(C) Crashdiet

Geschrieben von: Klaus Saalfeld
Band: Crashdiet
Album: Automaton
Genre: Hard Rock
Plattenfirma: Golden Robot Records
Veröffentlichung: 29.04.2022

Nun da die Welt langsam aus ihrem Corona bedingten Zwangs-Stillstand erwacht, wird es auch wieder Zeit für ein richtig geiles Gute-Laune Album. Und was könnte da besser geeignet sein als ein Sleaze/Hard Rock Album einer etablierten Band? CRASHDIET schicken sich jedenfalls an, genau diesen Wunsch zu erfüllen, denn mehr als zweieinhalb Jahre seit ihrem letzten Output servieren uns die Schweden ihre neue Scheibe “Automaton”.

Das rund vierzig sekundige Intro bräuchte man normalerweise gar nicht groß erwähnen, wenn dieses nicht ein paar Worte des Anfang 2006 verstorbenen ehemaligen Sängers und Bandgründers Dave Leppard enthalten würde. Dann geht’s mit dem als zweite Single veröffentlichten “Together Whatever” in die Vollen, der Track verbreitet eine ungemeine Energie und setzt sich dank einer Monster Hook sofort in den Hirnwindungen fest. “Shine On” überrascht zu Beginn mit etwas was sich nach Synthies anhört, bleibt danach im gepflegten Midtempo und eh man es sich versieht bekommt man einen sofort mitgrölbaren Refrain vor den Latz geknallt. “No Man’s Land” gefällt durch seinen treibenden Rhythmus und großartigen Harmonien, ansonsten erinnert die Nummer ein wenig an ihre Landsleute von Dynazty.

Auf “Darker Minds” wird das Tempo deutlich gedrosselt und bietet überwiegend balladeske Momente. Im Gegensatz zu den drei vorherigen Tracks wirkt der Song leider etwas zu formalhaft und vorhersehbar – trotz eines tollen Solos – und wenig erfrischend, aber eingefleischte Fans der Band werden das vermutlich anders sehen. Bei “Dead Crusade” scheinen die Skandinavier bei sich selbst abgekupfert zu haben, denn der Sound des Einstiegsriffs erinnert frappierend an den 2013er Track “Anarchy”, dafür punktet die Nummer mit einem ungemein wuchtigen Groove sowie einer unwiderstehlichen Hookline, der man sich ebenso wenig entziehen kann wie dem kraftvollen Spiel von Drummer Eric Young, der erst vor kurzem aus persönlichen Gründen seine Auszeit von allen Bandaktivitäten bekannt gegeben hat und live von ex-Hanoi Rocks Schlagwerker Lacu vertreten wird.

“Powerline” ist ein weiterer Gute-Laune Rocker, bei dem sich Frontmann Gabriel Keyes ein Duett mit Steel Panther Sänger Michael Starr liefert. “Resurrection Of The Damned” ist nichts anderes als purer Rock’n Roll mit äußerst dicken Cojones, bei dem mir während des Hörens ob der geilen Gitarrenarbeit ständig Slash und seiner Mitverschwörer in den Sinn kommen. Okay, der gute Mister Hudson ist nochmal ne ganz andere Liga, aber dennoch hätte dieser Song hervorragend auf eines seiner Solo-Alben gepasst. Mit “We Die Hard” hat das Quartett feinen Stadion Rock im Gepäck, während “Shell Shock” (kein Manowar Cover) nicht nur deutlich düsterer, sondern insbesondere im Refrain auch überraschend hart daherkommt.

Mit “Unbroken” geht’s wieder schwungvoller zur Sache und bis auf ein kurzes, langsameres Intermezzo in der Mitte wird der Energielevel auch durchgehend auf hohem Niveau gehalten. Passend dazu hat die Band abermals ne Killer-Hookline hingezaubert, was die Nummer zu einem der herausragenden Stücke des Albums macht. Abgerundet wird die Langrille mit “I Can’t Move On (Without You)”, einer Akustik-Nummer mit toller Gesangsleistung, die sich gegen Ende des Tracks zur einer Art Power Ballade entwickelt.

Ex-Kollegin Michi hat seinerzeit bei “Rust” (2019) noch geunkt, dass CRASHDIET es mit der damaligen Scheibe schwer haben dürften, aus der Masse der Veröffentlichungen herauszuragen. Diese Gefahr sehe ich bei “Automaton” wahrlich nicht, denn mit Ausnahme des für mich eher durchschnittlichen “Darker Minds” haben die Schweden ein starkes Album abgeliefert, welches das Genre zwar – wie schon so häufig zitiert – nicht neu erfindet, aber dem Ganzen einen wohltuenden Farbtupfer hinzufügt!

Von mir gibt es 8,5 von 10 Hellfire-Punkten

Trackliste:

  1. Automaton
  2. Together Whatever
  3. Shine On
  4. No Man’s Land
  5. Darker Minds
  6. Dead Crusade
  7. Powerline (feat. Michael Starr)
  8. Resurrection Of The Damned
  9. We Die Hard
  10. Shell Shock
  11. Unbroken
  12. I Can’t Move On (Without You)

Line Up:

Gabriel Keyes: Gesang
Martin Sweet: Gitarre
Peter London: Bass
Eric Young: Drums

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