Clutch – Book of Bad Decisions

© Clutch

 

Geschrieben von Oliver Heberling
Band: Clutch
Album: Book of Bad Decisions
Genre: Blues Rock
Plattenfirma: Weathermaker Music / Rough Trade
Veröffentlichung: 7. September 2018

 

Sonntag 14. August 2016, 16.15 Uhr auf der damals noch hr3-Bühne des Open Flair Festivals in Eschwege: Clutch. Clutch, zum damaligen Zeitpunkt gerade auf „Psychic Warfare“-Tour unterwegs, waren mir noch eine Unbekannte, die mich jedoch mit ihrer Live-Energie schnell packte.

Als Fan der ersten Stunde bin ich daher definitiv nicht zu bezeichnen, die musikalische Entwicklung der Band vom Hardcore zum Blues Rock mit Elementen des Funk finde ich jedoch gerade deshalb besonders interessant, weil sich diese in mittlerweile 27 Jahren nicht auf deren Urbesetzung ausgewirkt hat. Dass CLUTCH mich gerade mit ihrem Live-Auftritt als Fan dazugewinnen konnten verwundert nicht, definieren sie sich doch als Live-Band und versuchten schon früher dies auch auf ihren Alben rüberzubringen.

BOOK OF BAD DECISIONS ist ein durchaus facettenreiches Album, dass mir parabelförmig konzipiert erscheint: So nimmt nach rockigem Einstieg mit der ersten Single-Auskopplung „Gimme the keys“ nicht nur das Tempo stetig zu, welches bei „Weird Times“ seinen Höhepunkt erreicht, um danach bis zum abschließenden „Lorelei“, das den Zuhörer dank des mitreißenden Gesangs von Neil Fallon schleppend und zugleich vollends befriedigt dazu bewegt das Album immer und immer wieder zu hören, abnimmt. Auch scheinen die „Weaponized Funk“-Elemente in der Mitte des Albums mit „Vision Quest“ ihren Höhepunkt zu finden, um danach wieder abzunehmen und mit „Ghoul Wrangler“ oder auch „Paper & Strife“ wieder eine druckvollere und rockigere Gangart aufzufahren.

Über seine Lyrics sagte Fallon dereinst: „Oftmals machen meine Zeilen keinen Sinn, aber wenn die Worte gut klingen, dann ist mir das wichtiger als Logik. Ich nutze die Technik des Bewusstseinsstroms, lasse alle meine Einfälle aus mir herausfließen. Oft brauche ich ein paar Jahre, um herauszufinden, was der Song meint.“ Er überlässt mit dieser Aussage die Interpretation von beispielsweise Zeilen über seine ersten Taten im Amt des Präsidenten in „How to shake hands“ voll und ganz dem Zuhörer: „First thing that I´m gonna do is disclose all those UFO´s. Put Jimi Hendrix on a twenty dollar bill and Bill Hicks on a five-note. Hot damn, democratic process, what a time to be alive. Oh I´m ready to give the people what they want and what they want is straight talk and no jive.” Diese strahlen eine Komik aus, die gleichzeitig einen bissigen Unterton aufweist, der zeitpolitisches Geschehen ad absurdum treibt.

Insgesamt ist „Book of Bad Decisions“ ein durch und durch gelungenes Album, das mir persönlich sehr viel Vorfreude auf die anstehende Wintertournee mit Halten unter anderem in der Frankfurter Batschkapp und der Kölner Live Music Hall bereitet. Ich hoffe dort in den Genuss zu kommen meine Favoriten „How to shake hands“, „Ghoul wrangler“ und „Lorelei“ zu hören.

 

Tracks:

01 – Gimme the keys
02 – Spirit of 76
03 – Book of bad decisions
04 – How to shake hands
05 – In walks Barbarella
06 – Vision quest
07 – Weird times
08 – Emily Dickinson
09 – Sonic Counselor
10 – A good fire
11 – Ghoul wrangler
12 – H
13 – Hot bottom feeder
14 – Paper & Strife
15 – Lorelei

 

Line – Up:

Neil Fallon – Vocals
Tim Sult – Guitars
Dan Maines – Bass
Jean-Paul Gaster – Drums

 

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