Clawfinger – Before We All Die

© Clawfinger

 

Geschrieben von Tim Braff
Band: Clawfinger
Album: Before We All Die
Genre: Nu-Metal, Crossover-Metal
Plattenfirma: Reigning Phoenix Music
Veröffentlichung: 20.02.2026

 

Die schwedischen Crossover-Legenden von Clawfinger veröffentlichen mit „Before We All Die“ ihr 8. Studioalbum und zeigen, dass sie es immer noch draufhaben. Die Band um Sänger Zak Tell, Gitarrist und Keyboarder Jocke Skog, Rhythmusgitarrist Bård Torstensen, Schlagzeuger Micke Dahlén und Bassist André Skaug gilt nicht nur als wegweisender Act für den Nu-Metal und als Inspiration für die Metalgiganten KoЯn und Rammstein, sondern zeigen auch nach fast 19 Jahren ohne Studioalbum, dass sie  hochklassigen Rap-Metal verschiedenster Art rausbringen können.

„Before We All Die“ ist eine hörbare Hommage an die Nu-Metal-Ära und den Crossover-Metal-Hype der 90er. Nichtsdestotrotz ist das Album kein Versuch durch Nostalgie etwas Geld zu verdienen. Es wirkt meiner Meinung nach frisch und verbindet lässige Härte mit funkiger Leidenschaft. Im Gegensatz zu vielen anderen „alten Hasen“ des Crossovers schafft es Clawfinger für mich weiterhin authentisch zu wirken.

„Before We All Die“ beginnt zunächst mit Crossover-Metal. Die Riffs sind thrashig, die Songs technischer und weniger groovig. Der Rapflow ist auch etwas weniger melodisch als Genre-typisch. Der Einstieg gefällt mir gut und insbesondere der Opener „Scum“ zeigt optimal, in welche Richtung das Album gehen kann.

Mit Songs wie „Tear You Down“ und „Big Brother“ wird das Album zunehmend grooviger und hat vermehrt Nu-Metal-Vibe. Die Beats erinnern dabei an typische HipHop-Beats und Zak zeigt meiner Meinung nach eine Rap-Meisterleistung. Ich bin allgemein ein großer Fan seines Rapstils und auf „Before We All Die“ finde ich, hat er sich noch einmal selber übertroffen. Man merkt, dass er durch seine Erfahrung das Beste aus seiner Stimme rausholen kann. Das gilt auch für Gesangspassagen.

Zwischendurch gibt es Songs, die großteilig aus HipHop-Beats bestehen. Diese Beats sind eine Mischung aus Old School-HipHop, moderneren Elementen und atmosphärischen Details, die für mich in einem Trap-Metal-geprägten Kontext eine erfrischende Abwechslung darstellen. Clawfinger war sowieso immer eher Pionier als Nachahmer und dafür stehen sie scheinbar immer noch, denn Trends wollen sie nicht bedienen; ihr Vibe stimmt einfach und das zählt.

Der stärkste Track des Albums ist für mich der Titeltrack „Before We All Die“, der zugleich auch der Album-Closer ist. Dadurch kommt der Höhepunkt optimal zum Schluss gelegen. Das ist eine perfekte Platzierung. Der Song hat ein mitreißendes Instrumental, fette Rap- und Gesangspassagen und eine Sounddichte, die wie der logische Schluss eines Albums wirkt. Da kann ich einfach nur „Hut ab“ sagen. Das gesamte Werk ist meiner Meinung nach eine ordentliche Wucht.

Fazit: „Before We All Die“ ist ein Album ganz nach meinem Geschmack. Ich habe im Vorhinein erahnt, dass mir dieses Album gefallen könnte und wurde trotzdem extrem positiv überrascht. Der Sound wirkt frisch, obwohl der Stil über 30 Jahre alt ist. Wer den Stil des Rap-Metals jeglicher Art mag, hat hier eines der besten modernen Ausführungen davon gefunden!
10 von 10 Hellfire-Punkten!

 

Tracklist:

01 Scum
02 Ball & Chain
03 Tear You Down
04 Big Brother
05 Linked Together
06 A Perfect Day
07 Going Down (Like Titanic)
08 You Call Yourself a Teacher
09 A Fucking Disgrace
10 Kill The Dream
11 Environmental Patients
12 Before We All Die

 

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