
© Bolan
Geschrieben von: Klaus S.
Band: Bolan
Album: Gargoyle Of The Garden State
Genre: Rock’n Roll / Punk
Plattenfirma: earMusic/Edel
Veröffentlichung: 12.06.2026
Nach vier Jahrzehnten als treibende Kraft bei Skid Row tritt Bassist und Songwriter Rachel Bolan erstmals mit einem Soloalbum unter dem Namen BOLAN auf. „Gargoyle Of The Garden State“ ist ein kraftvolles, zutiefst persönliches Debüt, geprägt vom rauen Charme, der Attitüde und der erzählerischen Tiefe seiner New-Jersey-Wurzeln. Mit dabei sind eine ganze Reihe enger Freunde und Weggefährten: seine Skid-Row-Bandkollegen Dave „Snake“ Sabo, Scotti Hill und Rob Hammersmith ebenso wie Corey Taylor, Danko Jones, Nuno Bettencourt, Damon Johnson und Steve Conte.
Den Auftakt des Songreigens macht „Anything But You“, ein schwungvoller Track irgendwo zwischen Rock’n Roll und Punk und mit stimmgewaltigen Background Gesängen ohne viel Firlefanz, der gut in Ohr geht. Gleiches gilt für „At War With Myself“, der eine ähnliche Herangehensweise an den Tag legt und nicht nur dank des Gastbeitrags von Danko Jones ein wenig wie ein Song des Kanadiers klingt. „Memory“ bringt ein Prise Pop Punk mit ein, was dem Skid Row Bassisten aber dennoch gut zu Gesicht steht.
Wenn Bolan sich mit seinem Longtime Band-Buddy Snake Sabo zusammentut, kann ja eigentlich nur was Gutes bei rumkommen. Nun, „See You On The Other Side“ rockt ordentlich, ohne jedoch allzu sehr auszubrechen, geschweige denn in Richtung Hauptband der beiden zu tendieren und verleitet zumindest zu gefälligem Kopfnicken, nicht mehr, aber auch nicht weniger. „Bridges“ schaltet dann zwei Gänge runter und präsentiert sich als gesetzter, fast schon balladesker Schmuse-Song, der in den 80ern vermutlich gute Chancen auf MTV gehabt hätte, auch wenn mir der Track ein klein wenig zu handzahm geraten ist.
„Jet Black Universe“ knüpft dann wieder an den Beginn des Albums an, garniert mit einer coolen Einlage von Extreme Gitarrist Nuno Bettencourt. „Big Stick“ ist Punk-Vergnügen pur, mit stilechten „Hey Ho, Let’s Go“ Ramones-Verweisen und einem sehr gelungenen Duett mit Corey Taylor. „Pretty Hell“ führt diesen Stil fort und klingt im Gegensatz zu seinem Titel alles andere als dunkel, sondern animiert vielmehr zum Schwingen des Tanzbeins und Shreddern der Luftgitarre.
Wenn man die bisherigen acht Stücke für sich rekapituliert, würde man vermutlich nicht auf die Idee kommen, dass der gute Rachel Bolan einen Oasis Song covern würde, aber genau das tut er mit „Rock And Roll Star“. Und das Ergebnis kann sich wahrlich hören lassen, verpasst Bolan der Nummer doch eine gewisse Prise rotzigen Rock’n Rolls. „Devil In The White“ ist zweieinhalb Minuten Punk’n Roll, während das finale „Walk Away“ das Album locker-rockig ausklingen lässt.
„Gargoyle Of The Garden State“ ist ein Beleg dafür, dass Rachel Bolan sich auch abseits des Skid Row Kosmos musikalisch zu bewegen weiß und frei Schnauze seine musikalischen Einflüsse sprechen lässt. Kann man mal so machen!
Von mir gibt es 7,5 von 10 Hellfire Punkten.
Tracklist:
- Anything But You
- At War With Myself (feat. Danko Jones)
- Memory
- See You On The Other Side (feat. Snake Sabo)
- Bridges (feat. Steve Conte)
- Jet Black Universe (feat. Nuno Bettencourt)
- Big Stick (feat. Corey Taylor)
- Pretty Hell
- Rock And Roll Star (feat. Scotti Hill)
- Devil In The White
- Walk Away (feat. Damon Johnson)
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