
© Azure Emote
Geschrieben von: Bernd Kröninger
Band: Azure Emote
Album: Cryptic Aura
Genre: Death Metal
Label: Testimony Records
Veröffentlichung: 25.07.2025
Was erwartet uns unter dem Namen „Azure Emote“? Eigentlich ein standardisiertes Emoji. Ein Emoji, das von der jeweiligen Person und dem Kontext abhängig ist. Aber genug „philosophiert„. Wenden wir uns also der Band zu. „Azure Emote“ kommt aus Philadelphia, Pennsylvania. 2003 gegründet, bis 2007 aktiv gewesen. Nach einer Pause stellte sich die Formation 2011 neu auf. Mike Heller (dr), Ryan Moll (g,b), Mike Hrubovcak (voc,kb), Kelly Conlon (b), Pete Johanson (vl) und Anna Murphy (clean voc) werfen mit „Cryptic Aura“ ihr viertes Album auf den Markt. Hören wir nun rein, was uns die „kryptische Atmosphäre“ zu bieten hat.
Beginnen wir mit der „abgrundtiefen Vergessenheit“ („Into Abysmal Oblivion“). Bereits die ersten Klänge geben volle Fahrt voraus. Das hier Death Metal regiert wird vollständig erfüllt. Sehr bezeichnend, dass sich gegen härteste Drum und schnellen Gitarrentönen die Violine zu behaupten weiß. Übernimmt ab 2:53 Minuten sogar die Führungsrolle.
Passend zum Titel „Insomnia Nervosa“ läuft es durch den Chorus sehr tragisch ab, sorgen die dunkle Voice und das instrumentelle Arrangement für ein desaströses musikalisches Trauma. Andererseits zieht Dich dieses „gegeneinander spielende“ auch in den Bann. „Aeons Adrift“ schließt sich dem vollends an. Irgendwie habe ich schon darauf gewartet, das sakralische Klänge Einzug halten. „Bleed with the Moon“ erfüllt mir diesen Wunsch. Kurz lässt das Keyboard derartige Töne los, wird schnellstens von dämonischer voice übertrumpft, und endet in einer wahren Instrumenten Battle. Die ab 1:16 einsetzende Violine gibt dem Song eine nachdenkliche Stimmung, die durch das Keyboard kurzzeitig noch unheimlicher wirkt.
Sollte die Power verloren sein? „Return to the Unknown“ scheint melodisch und ruhig zu werden. Mit einem ständigen Tempowechsel und der klaren Voice von Anna ein wahrer Hörgenuss. Sympathisch dämonisch endet der Song sehr abrupt. Mein Anspieltipp, der stellvertretend für das ganze Album steht, weil er in seiner Laufzeit einen künstlerischen Querschnitt offenlegt. Der „final track“ bietet noch etwas ganz Besonderes.
Rein instrumental dürfte „Writhing Lunacy“ als ein Klassiker des Horrogenres einzustufen sein. Die mehr als düster angebotene Stimmung wird durch die klagenden Schreie noch unheimlicher empfunden. Dazu die dunklen Glockenschläge, die erahnen lassen, was hier geschieht. Da darf jeder seiner eigenen Phantasie freien Lauf lassen. Folter, Qualen, Demütigung? Hört rein und trefft Eure Entscheidung!
Fazit: Hier bekommen wir extrem schwer verdauliche Töne geliefert. Mit sehr progressivem Death Metal bietet es eine irritierende Atmosphäre. Hat man das Gefühl, jeder spiele für sich, so herrscht im nächsten Moment eine absolute „Einigkeit“. Ein musikalisches Erdbeben, das sich durch die gesamte Spielzeit behauptet.
8 von 10 Hellfire Punkten sind für dieses dramaturgisch, erlebnisreiche Album stimmig.
Tracklist:
01-Into Abysmail Oblivion
02-Insomnia Nervosa
03-Aeons Adrift
04-Bleed with the Moon
05-Defiance Infernus
06-Provoking the Obscene
07-Disese of the Soul
08-Feast of Leeches
09-Return to the Unknown
10-Writhing Lunacy
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