Atlas – Sunder

© Atlas

 

Geschrieben von Tim Braff
Band: Atlas
Album: Sunder
Genre: Metalcore
Plattenfirma: Odyssey Music Network
Veröffentlichung: 20.02.2026

 

Die finnische Metalband ATLAS ist eine aufstrebende Band des Core-Bereichs. Mit ihrem sogenannten „Northcore“, der quasi Modern Metalcore, düstere Soundlandschaft und nordische Mythologie und Gedichte kombiniert, bilden sie eine eigene Nische, die in einem überladenen Trend, eine hörbare Alleinstellung darstellt.

„Sunder“ ist von Sekunde 1 an ein sehr atmosphärisches Album. ATLAS hat mit „Northcore“ nicht zu viel versprochen, denn das Album fühlt sich konsequent kalt, düster und typisch nordeuropäisch an. „Sunder“ ist die Reinform von einem Winterfeeling mit mythischem Touch. Dieser wird insbesondere durch die atmosphärische Bedrohlichkeit erzeugt, die der fette Sound durch ihre Schwere bereitstellt.

Während fetter Sound meist „warm“ wirkt, wirken alle Songs von „Sunder“ durch ihre Komponente kalt. Der Gesang ist vor allem im Refrain melancholisch, die Gitarrenriffs sind zwar typisch Modern Metalcore, insbesondere durch den Djent-Charakter, haben aber eher eine begleitetende, als eine vorantreibende Funktion und generell hört man viel Hall. Dadurch entsteht meines Erachtens eine kalte Landschaft, die ich so noch nicht gehört habe. Diese mir eher unbekannte Soundgestaltung gefällt mir ganz gut. Mich persönlich erinnert diese Art etwas an Deftones mit ein paar eigenen Nuancen, was ich aber sehr gut finde, da ich kein großer Deftones-Fanatiker bin.

ATLAS zeigt sich für mich ziemlich überzeugend in ihrem Sound. Die DNA, die quasi der „Northcore“ ist, zieht sich durch das gesamte Album. Eigentlich finde ich sowas schnell weniger spannend, aber in dem Fall finde ich, dass sie ihren Sound gefunden haben. Ob er noch Raum für eine qualitative Weiterentwicklung hat, kann ich nicht einschätzen. Aktuell kann dieser Sound aber durchaus unterhaltsam sein. Man merkt auf jeden Fall, dass die Band auf „Sunder“ die gewollte Stimmung erzeugen konnte.

Der Sound an sich ist meiner Meinung nach ganz gut, aber mit lediglich 8 Tracks finde ich das Album etwas enttäuschend in der Dauer. Eigentlich ist es ein gutes Zeichen, wenn man nicht genug vom Album kriegen kann, vor allem, wenn jeder Song eine gleich hohe subjektive Qualität aufweist, aber nicht, wenn ein Studioalbum nicht vollständig wirkt. Beim Hören habe ich etwas das Gefühl gehabt, dass da noch ein Teil im Konzept fehlt, da es eine kurze Hörerfahrung ist. Es ist einfach zu knackig für meinen Geschmack.

Fazit: ATLAS präsentiert mit „Sunder“ ihren „Northcore“ auf hörenswerte Art und Weise. Mit einer Atmosphäre, die man genießen kann, hat „Sunder“ die perfekten Umstände, um die letzten kalten Tage des Winters mit Winterfeeling zu beenden. Ich finde zwar, dass das Album einfach zu kurz ist, ändert aber nichts an der Qualität, die ATLAS so schon bieten kann.
9 von 10 Hellfire-Punkten!

 

 

Tracklist:

01 Sermon to the Dying Light
02 Tower
03 Salt and Sulfur
04 I Whisper Your Name Like a Curse
05 Coven of Two
06 Altar of Your Love
07 Anodyne
08 Sunder

 

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