Asenblut – Urgewalt

© Asenblut

Geschrieben von: Tim Karow 
Band: Asenblut
Album: Urgewalt
Genre: Pagan- / Viking- / Melodic Death Metal
Plattenfirma: Massacre Records
Veröffentlichung: 18.09.2026

 

Der nächste Schildwall aus Göttingen steht bereit! Asenblut entfesseln mit „Urgewalt“ erneut eine ordentliche Portion Pagan-, Viking- und Melodic Death Metal.
Viking- und MeloDeath gehören seit Jahren zu den Genres, bei denen ich besonders gerne genauer hinhöre. Kein Wunder also, dass die Göttinger Wikinger von Asenblut mittlerweile zu den Dauergästen in meinen Playlisten gehören und natürlich auch mal live erlebt worden sind. 

Kennengelernt habe ich die Band um Sänger Tetzel mit „Hexengericht“ zusammen mit Askeroth von Nachtblut. Bei letztere habe ich Asenblut Anfang des Jahres in Köln live erleben können. Man, war das stark! Seitdem bin ich ziemlich angetan von dem, was die Jungs aus Göttingen musikalisch auf die Beine stellen. Dabei treiben Tetzel und seine Mannen bereits seit 2006 ihr „Unwesen“ und haben sich über die Jahre ihren ganz eigenen Mix aus Pagan-, Viking- und Melodic Death Metal erschaffen.
Mit „Kampfruf“ (2008), „Aufbruch“ (2009), „Von Worten und Taten“ (2013), „Berserker“ (2016), der EP „Legenden“ (2018) und „Die wilde Jagd“ (2020) wurde der ASENBLUT-Sound immer weiter geschmiedet. Nach dem Labelwechsel zu Massacre Records folgte 2024 mit „Entfesselt“ für mich ein richtig starker Melo-Death-Dampfhammer.
Nun steht mit „Urgewalt“ bereits der nächste Schildwall aus Göttingen vor der Tür. Und der will offensichtlich nicht einfach nur anklopfen, sondern direkt die Tür eintreten.

Zehn neue Songs und knapp 40 Minuten Spielzeit sollen erneut genau die Zutaten miteinander verbinden, für die ich Asenblut so schätze: harte Gitarren, hymnische Melodien, nordische Mythologie und ordentlich Druck auf dem Kessel.

Inhaltlich geht es unter anderem um Götter, Krieger, Bruderschaft, Verrat, Schlachten und natürlich jede Menge nordische Mythologie. Dazu kommen mit Sagenbringer, Victorius und Mittel Alta gleich mehrere Gäste.

Der Titeltrack „Urgewalt“ beginnt zunächst hymnisch, bevor direkt der Schlachtmodus aktiviert wird. Gitarren, Bass und Drums marschieren los und Tetzel legt seine dunklen Growls darüber.

Und dann wäre da natürlich noch dieses immer wiederkehrende: „Uuuuuuuuuuuuuuuuuurgeeeewalt!“

Einmal gehört und das Ding sitzt im Schädel. So fest wie ein Drachenschiff vor Lindisfarne.

Mit „Asgards Ruf“ geht es anschließend schneller und treibender weiter. Der Ruf Asgards der Asen, der selbst in der Ferne gehört wird, beschwört den Schutz der Götter über ihre Krieger. Musikalisch gibt es ordentlich Bewegung. Hier haben wir geile Soli, drückende Gitarren und diese „Hey, Hey“-Rufe, die live geradezu danach schreien, vom Publikum übernommen zu werden.

Hier könnte man die „Hey, Hey“-Rufe wahrscheinlich problemlos in ein gemeinsames „Row, Row“ verwandeln.

Mit Sagenbringer, die schon bald gemeinsam mit Asenblut auf Raubzug durch die Clubs ziehen, folgt „Der Druide“.Kraftvoll, mystisch und magisch, der Song fesselt mich direkt an die Boxen. Genau diese Nummer zeigt wunderbar, wie gut sich die beiden Bands ergänzen.

„Das Ende der Pflicht“ ist anschließend keineswegs das Ende der Fahnenstange. Im Gegenteil: Es ist der Beginn der Pflicht, ordentlich die Haare fliegen zu lassen. In diesem Song geht es um mein geliebtes Warhammer 40k Universum. Obwohl hier die Seite des Imperators besungen wird, kann ich als Heretiker den Song nur fühlen.  Eine richtige Schlachtenhymne, wie man sie von Asenblut hören möchte.

Mit „Barbaren und Legionen“ wird es anschließend etwas melodischer und deutlich Power-Metal-lastiger. Kein Zufall: Victorius sind hier mit von der Partie. Die Jungs dürften spätestens seit ihrem aktuellen „World War Dinosaur“ einigen ein Begriff sein. Thematisch geht es um die Schlacht zwischen Barbaren und Rom, musikalisch gibt es eine richtig schöne Mitsing-Nummer. Die Power-Metal-Vibes bringen dabei eine willkommene Abwechslung ins Album.

In „Tavernenrausch“ sind Mittel Alta mit am Start. Die deutsche Crossover-Band war mir bisher tatsächlich nicht vertraut, Songs mit Metal Bands zu machen. Kein Wunder, Sir Schwanzelot hat einen Song im Kanonenfieber Stil veröffentlicht, macht hier aber einen verdammt geilen Job. Mittelalterliche Ästhetik trifft auf Hip-Hop-Beats, Rap und Techno-Einflüsse. Das Duo um Sir Schwanzelot und Sir Gernhardt Reinlunzen bringt damit eine völlig andere Farbe in das Album. Eine Trink- und Feierhymne, bei der eigentlich nur noch der gefüllte Metbecher fehlt. Prost und Skol, ihr Krieger!

Mit „Drei Flüche“ geht es anschließend wieder deutlich mehr nach Art des Hauses zur Sache. Blastbeats, fette Vocals aus Tetzels Kehle und dieser brachiale Druck, den ASENBLUT mittlerweile ziemlich perfektioniert haben.

„Blut für den Blutgott“ kommt dann ebenfalls ohne prominente Gäste aus. Hier gibt es stattdessen pure Schlachtenwut: rasende Drums, brachiale Einschläge und ordentlich Aggression. Thematisch Wieder im Warhammer Universum. Das berühmte Zitat, welches auch Titel des Tracks ist, ist natürlich dem Blut- und Kriegsgott Khorne gewidmet. Schädel dem Schädelthron!

Und auch „Bruderschaft“ sowie der abschließende „Loki“ lassen noch einmal ordentlich die Muskeln spielen.

Was mir auf „Urgewalt“ besonders auffällt, ist Tetzel selbst. Seine etwas klareren, gleichzeitig aber auch harscher wirkenden und teilweise höheren Töne gefallen mir richtig gut. Dadurch bekommen die ohnehin druckvollen Vocals noch einmal eine zusätzliche Kante. Dazu kommen genau die Elemente, wegen derer ich Asenblut seit Jahren gerne höre. Das sind unter anderem sägende Gitarren, bockstarke Soli, treibende Drums und hymnische Refrains.

Und natürlich diese Mischung aus Pagan-, Viking- und Melodic Death Metal, die schon nach wenigen Sekunden für Schlachtenstimmung sorgt.

Von Album zu Album habe ich bei den Göttingern immer stärker das Gefühl, dass sie sich weiterentwickeln. „Entfesselt“ war für mich bereits ein richtig guter Schritt nach vorne. Mit „Urgewalt“ legen Asenblut jetzt noch einmal nach.

Die Band bleibt ihrem Sound treu, erweitert ihn aber an den richtigen Stellen und verpasst den Songs gleichzeitig genug Abwechslung, damit das Album nicht einfach wie eine Wiederholung des Vorgängers klingt. Und vor allem Tetzel zeigt für mich erneut, dass da noch einiges möglich ist.

„Urgewalt“ ist ein weiterer Schritt nach vorne, und wenn Asenblut diesen Weg weitergehen, dürfte die nächste Wertungsstufe tatsächlich nicht mehr allzu weit entfernt sein. Volle Wertung meinerseits!

 

Tracklist: 

01 Urgewalt
02 Asgards Ruf
03 Der Druide (Feat. Sagenbringer)
04 Das Ende der Pflicht
05 Barbaren und Legionen (Feat. Victorius)
06 Tavernenrausch (Feat. Mittel Alta)
07 Drei Flüche
08 Blut für den Blutgott
09 Bruderschaft
10 Loki

 

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