
© Another Realm
Geschrieben von: Tim Karow
Band: Another Realm
Album: Origin
Genre: Symphonic Metal / Sy,phonic Rock
Plattenfirma: Independant
Veröffentlichung: 14.11.2025
Mit „Origin“ präsentieren Another Realm ein Debüt, das hörbar ambitioniert ist und gleichzeitig an einigen typischen Erstwerks-Schwächen krankt. Die Band setzt klar auf cineastische Breite. Große Melodien, orchestrale Arrangements, hymnischer Power-Metal-Drive. Doch so eindrucksvoll manche Momente geraten, so oft verliert sich das Album in seinem eigenen Bombast.
„Let There Be Light“ und „New World Odyssey“ eröffnen die Platte mit epischem Aufschlag, getragen von breiten Orchesterflächen und treibenden Strukturen. Die Handschrift ist klar: große Geschichten, große Emotionen, große Gesten. Doch bereits hier fällt auf, dass Produktion und Arrangement manchmal gegeneinander arbeiten, die Wall of Sound wirkt stellenweise überladen, wodurch Feinheiten verschwimmen. „Whore Of Babylon“ und „Sands Of Time“ gehören dagegen zu den stärkeren Songs. Hier nimmt die Band etwas Luft aus dem Bombast, setzt auf definierte Riffs und einprägsamere Refrains. In diesen Momenten wird klar, welches Potenzial in Another Realm steckt, wenn sie ihren Fokus schärfen.
In der Albummitte geraten „Empire Of Darkness“ und „If Worlds Collide“ in symphonic-metal-typische Fahrwasser: gut gemacht, melodisch sauber, aber ohne nachhaltig im Gedächtnis zu bleiben. Es fehlt jener eigene Twist, der die Kompositionen unverkennbar machen würde. Trotz starker Vocals bleibt das Material hier zu formelhaft.
Mit „Crusader“ und „Awaken“ zieht das Tempo wieder an, energisch, solide, stadiontauglich. Doch erneut verhindert der dichte Mix, dass sich Riffs, Drums und orchestrale Linien optimal entfalten. Der finale Track „After The Fire“ bildet einen überzeugenden Abschluss: atmosphärisch, leicht melancholisch und deutlich fokussierter als der Mittelteil.
„Origin“ zeigt eine Band mit großem Anspruch und ebenso großem Potenzial, doch Another Realm verzetteln sich noch zu sehr im symphonischen Überbau. Starke Ideen blitzen immer wieder auf, werden aber vom zu massiven Sound und einer gewissen Austauschbarkeit eingebremst. Mit klarerem Arrangement und mutigerem Songwriting könnte der Nachfolger deutlich kräftiger landen. Ein ordentliches Debut, 6 von 10 Hellfire-Punkten.
Tracklist:
01 Let There Be Light
02 New World Odyssey
03 Whore Of Babylon
04 Sands Of Time
05 Empire Of Darkness
06 If Worlds Collide
07 Crusader
08 Awaken
09 After The Fire
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