
© Annisokay
Geschrieben von Tim Braff
Band: Annisokay
Album: Abyss – The Final Chapter
Genre: Post-Hardcore, Electronicore, Metalcore
Plattenfirma: Arising Empire
Veröffentlichung: 21.11.2025
Annisokay ist einer der aufstrebendsten Acts der deutschen Core-Szene. Obwohl die Band aus Halle sich schon 2007 gegründet hat, kann man sagen, dass sie die letzten Jahre am meisten an Erfolg für die Band in Sachen Reichweite bedeutet haben.
Annisokay, dessen Name eine Anspielung an den Song „Smooth Criminal“ von Michael Jackson ist, bringt mit „Abyss“ nun ihr sechstes Studioalbum auf den Markt. Zunächst bestand das neue Album aus 2 EPs (Chapter 1 & Chapter 2).
Nachdem sie über 3 Jahre hinweg Singles und Songs veröffentlicht haben, kommt nun das dazugehörige Album auf den Markt.
Man merkt bei „Abyss“, dass Annisokay ihren Sound klar gefunden und beinahe perfektioniert hat. Deutlich durchs Album zieht sich die Electro-Grundlage, die den Beat und Rhythmus vorgibt, dabei aber nicht die Härte des Hardcores oder des Metals infrage stellt. Wie sonst auch kombinieren sie diese Grundlage mit brutalen Screams, einer aggressiven Mosh-Pit-Affinität, im Refrain cleanen Gesang mit Pop-Charakter und natürlich Instrumentals, die aus dem Post-Hardcore oder Metalcore stammen.
Dabei wirkt ihr Sound, der eigentlich gerade im Trend ist, einzigartig. Die Art und Weise, wie sie Electro und Metal kombinieren, hebt sich deutlich vom aktuellen Markt ab. Die Beats sind definierter, die Hooks bedachter und die Härte hat Tiefgang und soll nicht nur „Hauptsache es knallt“ sein. Das gefällt mir sehr gut, da selbst die harten Momente eingängig bleiben und Ohrwürmer erzeugen können. Allen voran möchte ich da den Track „Ultraviolet“ hervorheben, der einer der härteren Tracks des Albums ist, aber dennoch mir seit der Song-Veröffentlichung 2023 über die erste EP immer wieder als Ohrwurm im Kopf bleibt. Genau so meistert man den Spagat aus „wahrem“ Metal und Pop-Affinität.
Die Grundstimmung auf dem Album ist eine Mischung aus Melancholie, Wut und einer gewissen Hymnik in den Songs. Nicht nur die Songs an sich funktionieren so, sondern auch die Songplatzierung, die diese Stimmung verstärkt darstellt. Jeder Übergang zwischen den Songs zeigt eine Durchdachtheit, die man Annisokay hoch anrechnen muss. In einer Zeit, wo Bands einfach Alben rausbringen, die dir die Songs der letzten 2-3 Jahren der Band einfach in zufällig ausgewählter Reihenfolge präsentieren, hat es Annisokay geschafft, ein in der Reihenfolge logisch und nachvollziehbar aufgebautes Album auf den Markt zu bringen.
Zwar haben sie zum Vorgänger-Album jetzt nicht wirklich sich weiterentwickelt, aber man merkt auf jeden Fall, dass die Qualität zumindest gleichgeblieben ist und meiner Meinung nach sogar eine Schippe draufgelegt hat. Ich persönlich habe lieber einen gleichbleibenden Sound, der dafür mehr Qualität hat, als eine Weiterentwicklung auf Kosten der Qualität. Das hat Annisokay wirklich gut gemacht.
Fazit: Mit „Abyss“ bringt Annisokay für mich eins der stärksten Alben dieses Jahr aus dem Core-Bereich raus. Dieses Album zeigt, wie man Electro und Metal mischen kann, ohne an Authentizität und Härte einzubüßen. Von solchen Alben lebt diese Szene!
10 von 10 Hellfire-Punkten!
Trackliste:
01 Into the Abyss
02 Human
03 Ultraviolet
04 Throne of the Sunset
05 Calamity
06 Time
07 Silent Anchor
08 Splinters
09 My Effigy
10 Get Your Shit Together
11 Never Enough
12 Oblivion
13 Into the Gray
14 H.A.T.E.
15 Inner Sanctum
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