Annihilator – Reissue series of the years 1994 – 1997


 

Geschrieben von: Stefan Lorenzen
Band
: Annihilator
Album: The Annihilator Years 1994 – 1997
Genre: Thrash Metal
Plattenfirma: ear Music
Veröffentlichung: 06.06.2025

 

Annihilator! Eine Band die wohl jedem halbwegs informiertem Metalhead ein Begriff sein sollten. Mir waren sie ehrlicherweise ein Begriff, aber noch nie auf den Ohren. Also sollte sich jetzt nach Anfrage von unserem Chefredakteur Jörg die Chance ergeben, die Remastered Versionen einiger Klassiker aus dem Backkatalog zu rezensieren.

 

© Annihilator

Den Anfang in der Reihe macht das 1994 erschienene „KING OF THE KILL“. Der Namensgebende Opener „King of the Kill“ drückt ordentlich und erinnert an MEGADETH. Das Schlagzeug hört sich etwas künstlich an. Das folgende „21“ erinnert einen an den 80er Metal und Bands wie Bon Jovi oder sogar ZZ-Top. Nach dem kurzen instrumentalen Intermezzo „Bliss“, geht es mit „Second to none“ in deutlich thrashigere Gefilde. Ein wenig erinnert mich dort die Stimme von Jeff Waters an die Anfangszeit von Panteras Phil Anselmo.

Mit „Hell is a war“ schlägt man anfänglich ruhigere Töne an, die sich dann weiter entwickeln und richtig durchstarten. Erinnern mich stark an Prong. Zum Ende des Songs wird es dann wieder ruhiger. Bei der Selbstbeweihräucherung „Annihilator“ wird es wieder ein wenig mehr 80er like. Dass es auch mit etwas mehr Tempo geht und mit einem durchaus mitsingbarem Refrain, zeigt dann „Fiasco“. Ein deutlich stärkerer Song als die vorangehenden. Groovig und stampfend geht es mit „The Box“ in den zweiten Teil des Albums. Dass man auch durchaus ruhigere Töne beherrscht zeigt die Ballade/Halbballade „In the blood“. Doch damit genug der ruhigeren Töne. Der nächste Song an den klassischen 80er Heavy-Metal.

Schon der Titel „Speed“ lässt erahnen das man dort nicht zimperlich zur Sache geht. Zum Ende des regulären Albums zeigt das Instrumentale „Catch the Wind“ nochmals das ganze musikalische können der Band. Ergänzt wird das Ganze noch mit 6 Demoversionen des Albums aus Jeff Waters Riff Archiv. 

Ich gebe dem Album 7 von 10 Hellfire-Punkten.

 

Tracklist

01 – King of the Kill
02 – 21
03 – Bliss
04 – Second to None
05 – Hell is a war
06 – Annihilator
07 – Fiasco
08 – The Box
09 – Bad Child
10 – In the blood
11 – Speed
12 – Catch the Wind
13 – 21 (Jeff Demo) (Bonus Track)
14 – Annihilator (Jeff Demo) (Bonus Track)
15 – Bad Child (Jeff Demo) (Bonus Track)
16 – In the blood (Jeff Demo) (Bonus Track)
17 – King of the Kill (Jeff Demo) (Bonus Track)
18 – Second to none (Jeff Demo) (Bonus Track)

 

© Annihilator

Das Nächste in der Reihenfolge wäre dann das 1996 erschienene „REFRESH THE DEMON“. Auch hier gibt das Namensgebende „Refresh the Demon“ die Richtung vor. Dieses Mal wirkt das Schlagzeug druckvoller als noch beim Vorgänger. Genauso geht es beim folgenden „Ultraparanoia“ zur Sache. Ein schnelles Riff im Stile des 80er Heavy Metal mit massig Double Bass Drumming. Was auffällt zum Vorgänger „KING OF THE KILL“ ist, dass es doch etwas mehr zur Sache geht, was das Tempo angeht. Etwas grooviger geht es bei „The Pastor of Disaster“ zur Sache, ohne dabei langweilig zu wirken. Erinnert ein wenig an Megadeth.

Nach dieser etwas ruhigeren Phase geht es direkt mit Vollgas bei „City of Ice“ weiter. Gebührendes Double-Bass Drumming und ein sägender Riff der alles zerstört. Und natürlich darf so eine Art „Halbballade“ nicht fehlen. „A Man called Nothing“ fängt sehr Balladenhaft an und groovt dann ordentlich, bis es zum Ende hin wieder balladenhaft wird. Noch mehr „balladiger“ wird es bei „Innocent eyes“. Hier singt Jeff Waters „sanft“ und spielt auch Akkustikgitarre. Danach gibt es wieder eine kleine Zeitreise in den 80er Metal. „Voices and Victims“ hätte so auch aus der Feder einer der großen 80er- ands wie Bon Jovi oder Aerosmith stammen können.

Fast schon punkig geht es dann mit „Anything for Money“ weiter, welches einen passablen Mitsingrefrain hat. Und auch der Schlussakkord mit „Hunger“ ist wieder sehr 80er angehaucht und groovt ordentlich. Ein Ritt durch die Metal Genres, der durchaus Abwechslungsreich ist und oft zum Mitwippen animiert.

Von mir gibt es 7,5 von 10 Hellfire-Punkten.

 

Tracklist

01 – Refresh the Demon
02 – Ultraparanoia
03 – Syn. Kill 1
04 – Awaken
05 – The Pastor of Disaster
06 – City of Ice
07 – A Man called Nothing
08 – Innocent Eyes
09 – Voices and Victims
10 – Anything for Money
11 – Hunger

 

© Annihilator

Jeder der mit der Diskografie von Annihilator vertraut ist, weiß welches „echte“ Album jetzt folgt. Es folgt „REMAINS“ aus dem Jahre 1997. Dieses Album wurde im Alleingang durch Jeff Waters aufgenommen und produziert. Auf diesem findet ein Drumcomputer Anwendung. Was man auch hört und die Drums damit etwas schwach auf der Brust wirken. Der Opener „Tricks and Traps“ beginnt ruhig und geht dann in eine Thrash Metal Nummer alá ANTHRAX. Bei „Murder“ wird fröhlich mit Elektroelementen experimentiert. Eine eher durchschnittliche Nummer, dafür aber mit einem astreinen Solo. Etwas schleppender und Headbang fähiger geht es mit „Never Forget“ weiter. Hier versucht man sich wieder an einer anderen Genregröße zu orientieren. Der Track erinnert ganz stark an PANTERA.

Dass man aber auch auf das Gaspedal treten kann beweist der nächste Track. Ein sägendes Riff läutet „Reaction“ ein. Ein vielversprechender Anfang. Doch dann setzt der Drumcomputer ein und nimmt dem Song damit den „Drive“. Ein Beweis dafür das man einen guten Song mit Hilfe der Elektronik verschandeln kann. Und leider wird es bei den nächsten Songs nicht wirklich besser. Immer wieder erhält die Elektronik mehr Einzug und trägt nicht dazu bei, den eigentlich im Grunde genommen guten Songs aufs nächste Level zu heben.

Der Song „Sexecution“ ist so ein Song, der total in die Hose geht und mit dem Annihilator Thrash, den ich kenne, rein gar nichts mehr zu tun hat. Ein Versuch 80er Jahre Synthie Pop mit Industrial Metal Klängen zu mischen. Man fragt sich nur:“ Warum?“. Das war mal rein gar nichts. Auch der letzte Song läuft ähnlich ernüchternd. Nach dem starken, recht passablen Beginn baut man schlagartig ab und experimentiert wild darauf los. Für mich aus diesem Trio der Alben das mit Abstand schlechteste.

Von mir gibt es, aufgrund des recht passablen ersten Teils noch wohlwollende 5 von 10 Hellfire-Punkten.

 

Tracklist

01 – Tricks and Traps
02 – Murder
03 – Never Forget
04 – Reaction
05 – Human Remains
06 – I want
07 – Dead Wrong
08 – No Love
09 – Sexecution
10 – Wind
11 – Bastiage

 

© Annihilator

Zu guter Letzt bekommt man noch eine geballte Compilation mit dem Titel „MORE NOISE VOL. 1“ mitgeliefert. Hier sind erstmals alle Bonustracks und div. Demos aus dem Zeitraumrund um die drei Alben vereint und soll die Evolution der Band verdeutlichen. Den Anfang macht die Ballade „Only be Lonely“. Diese geht locker als Radiomusik durch und könnte auch aus der Feder diverser 80er Glam Bands stammen können. 

„Annihilator“ kommt als eine Radio-Demo Version daher und zeigt die da noch vorhandene ursprüngliche Power der Band. Weiterhin deutlich wird dieses mit einem weiteren Demo aus dem Jahre 1999. Der Song heißt „Bloodbath“ und hört sich wieder deutlich mehr nach Thrash an als noch die Songs des Vorgängeralbums „REMAINS“. Es folgt der Song „Nothing to me“ als Single Edit, der von jeder bekannten Rock´n´Roll Band hätte stammen können. Hier sind AC/DC oder Motörhead zu nennen.

Ein weiterer Bonus Track, der die Experimentierfreudigkeit zeigt, ist vom „REMAINS“ Album und heißt „It’s you“. Dieser „erhärtet“ das Urteil über das Album nur noch weiter. Zur Abwechslung folgt sogar mal ein Live-Track. „The Box“ aus dem Jahre 1995. Hat einen Gitarrensound der einen an SLAYER erinnert und man sich unweigerlich fragt, wie „REMAINS“ schlussendlich zustande kam. Dieser live Song hat reichlich Druck und ist deutlich mehr „Metal“.

Den Abschluss bildet eine Coverversion von AC/DC’s Klassiker „Riff Raff“ der als Bonus Track zum Album „Refresh the Demon“ fungiert. Ob es jetzt dieses zusätzliche Material gebraucht hätte muss jeder selbst entscheiden. Klar bekommt man hier nochmals einen Überblick rund um div. Bonus Tracks und Demoversionen geliefert, doch vom Hocker hauen tut diese nicht gerade.

Von mir gibt es 7 von 10 Hellfire-Punkten.

 

Tracklist

01 – Only be Lonely (King of the Kill Bonus Track)
02 – Slates (King of the Kill Interlude)
03 – Annihilator (1985 Radio Ottawa Demo)
04 – Fiasco („The Slate“) (King of the Kill Interlude)
05 – 21 (1994 Demo)
06 – Weapon X (2004 Demo / No Guitars / Playthrough)
07 – Bloodbath (1999 Criteria Demo)
08 – Nothing to me (Single Version)
09 – Back to the Palace (1999 Demo)
10 – It´s You (Remains Bonus Track)
11 – The Box (Live 1995)
12 – Riff Raff (Refresh the Demon Bonus Track)

 

Abschließend bleibt anzumerken, dass man als Fan wohl wenig Neues entdeckt. Als völlig neuer, so wie ich, im Annihilator Universum, könnte ich die Alben „KING OF THE KILL“ und „REFRESH THE DEMON“ empfehlen. Das Album „REMAINS“ erschließt sich mir nicht und ging in meinen Augen total in die Hose. „MORE NOISE VOL.1“ ist die übliche Beigabe solcher „Remastered“ Versionen und enthält ein bis zwei interessante Tracks.

 

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