Andrew Balboa – Ungratefully Unsatisfied

© Andrew Balboa

 

Geschrieben von: Bernd Kröninger   
Band: Andrew Balboa 
Album: Ungratefully Unsatisfied (EP)
Genre: Klassik, Progressiver Metal  
Plattenfirma: Self Release 
Veröffentlichung: 09.01.2026

 

Man erlebt es immer öfters, dass man es mit einem Musiker zu tun hat, der sich, so scheint es, nur sich selbst vertraut. Andrew Balboa gehört zweifelsfrei dazu. Andrew ist ein Multi-Instrumentalist, ein Vocalist und ein Komponist. Andrew stammt aus Kanada, war dort als Leadsänger einer progressiven Metalband aktiv. Das sorgt schon für ein gewisses Aufsehen, bedenkt man das Andrew seine Ausbildung als ein klassisch ausgebildeter Sänger absolvierte. Dadurch könnte die vorliegende EP sicher die ein oder andere Überraschung bereithalten. Steigen wir also ein in die EP.

Und gleich zu Beginn darf man sich von seiner klassischen Ausbildung – übrigens in Zürich – überzeugen. Bekommt man den Eindruck, man höre einem Opernchor zu, so sieht bzw hört man sich getäuscht. Sämtliche Stimmen im Opener „Ungratefully Unsatisfied“ singt Andrew selbst. In vollster Hingabe sowohl gesanglich als auch instrumentell sieht man sich einem Orchester gegenüber. Was allerdings nicht zutrifft. Da muss dem Titel „undankbar unzufrieden“ widersprochen werden. Eine vollendete akustische Fehleinschätzung.

Die Beschwörung eines Hologramms („Summoning the Hologram“) lässt seine progressive Ader in den Vordergrund rücken. Drummig, hart und virtuos im Sound mit einem psychedelischen Keyboard Klang versehen. „Hypnagogic Jerk“ beschreibt plötzlich auftretende Zuckungen der Muskulatur vor dem Einschlafen. Dies kann man auf den Titel jedoch nicht gelten lassen. Die musikalischen Elemente, die hier Zuckungen auslösen, sind jedoch nicht dem Schlaf zugetan. Die wechselnden Rhythmen, die dem Black Metal zugeordnet werden könnten, überfallen Dich ohne Vorwarnung. Seine Voice vermittelt keine Schlaflosigkeit, was dem Rhythmus eine Energie verleiht, die bis zum Schluss in eine Battle aller Instrumente übergeht.

„Fear of tomorrow“ bedient den typischen Klang einer Ballade. Mit Zweifeln gefüllt (..„i`m afraid i will beclimbing, but this mountains leads to nowhere“…“am i good enough“..). Mit zunehmender Dauer nimmt der Song Fahrt auf. Wird melodischer, was dem bestimmenden Keyboard zu Lasten geht. Der rein instrumentale Track „Mononucleosis“ stellt sich wie ein Battle dar. Beginnend mit akustischer Atmosphäre, zu gekonnt meisterhaft filmreifen Klängen, bis hin zu verwirrendem Spiel baut sich diese Battle auf. 

Als Abschluss ertönt „Maktub“ (aus dem Arabischen: Schicksal, Vorhersehung). Ein nachdenklicher Song, der der Thematik rhythmisch nicht immer gerecht wird (..„my spirit is leaving my body“..„my consciousness broke free“..) Auch hier verpackt Andrew die Klänge, so wie sie am besten zusammenpassen. Auf Melancholie folgt aggressiver, düsterer Sound. Als besonderen „Tupfer“ setzt er hier einen vokalisch hervorragenden Chor ein. Der das Konzept vollends abrundet.

Fazit: Andrew, der Master der Instrumente, macht es hörbar Spaß diverse Klangstrukturen zu einem Gesamtwerk zusammen zu setzen. Ähnlich einem Puzzle bewegt er seine „Apparate“ genau an den Ort, um eine gefällige Melodie, eine angenehme Stimmung zu schaffen. Eine Reise durch Bewusstsein und Simulation (ausgedrückt durch „Mononucleosis“). Eine gewagte, spirituelle EP. 7,5 von 10 Hellfire Punkten

 

Tracklist:

01-Ungratefully Unsatisfied
02-Summoning the Hologram
03-Hypnagogic Jerk
04-Fear of Tomorrow
05-Mononucleosis
06-Maktub

 

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