
© Amorphis
Geschrieben von Marco Gräff
Band: Amorphis
Album: Borderland
Genre: Melodic / Progressive Metal
Plattenfirma: Reigning Phoenix Music
Veröffentlichung: 26.09.2025
Seit dem Einstieg von Tomi Joutsen im Jahr 2005 und dem damit verbundenen Album „Eclipse“ (2006), haben AMORPHIS stets hochwertige Alben produziert und vorgelegt, die nicht selten von Presse und Fans gleichermaßen gelobt und gefeiert wurden. Dazu waren die bisherigen Touren, Konzerte und Festivals immer ein Garant für sehenswerte Shows. Nun erscheint also mit BORDERLAND Album Nummer 15 und könnte eine neue Ära der finnischen Vorreiterband einläuten.
Die zehn Songs in knapp 50 Minuten bieten grundsätzlich das, was man von der Band erwarten darf. Melodien waren schon immer ein großer Bestandteil, immerhin sprechen wir ja von einer finnischen Kombo. Melancholisch waren diese nicht selten. Finnische Folklore ist ebenso schon immer ein großer Bestandteil von AMORPHIS gewesen. Dazu progressive Kompositionen, psychedelisch durfte es auch immer wieder mal sein. Alles Dinge, die auch auf BORDERLAND Einzug halten. Mal mehr, mal weniger. Was definitiv weniger geworden ist; der Faktor Metal.
Harte schwere Riffs, die an die Anfangszeit erinnern, als AMORPHIS noch Death Metal spielten, sind rar geworden. Mehr finden sich unverzerrte, dem Melodic Metal nahe liegende Riffs und Melodien. Da kann es schon mal schwerfallen, Gitarren und Keyboard Soli auseinander zu halten. Ein weiteres Zeichen für die (scheinbare) Neuausrichtung der Finnen, gesanglich steht mehr denn je der emotionale Klargesang von Tomi Joutsen im Vordergrund. Die prägnanten Growls, die mit Joutsen erst wieder in den Sound der Band zurückkehrten, sind weniger, werden gezielter eingesetzt.
Insgesamt klingt BORDERLAND daher lange nicht so „hart“ wie es noch die Vorgänger „Queen of time“ und „Halo“ taten. Alles klingt ruhiger, bedachter, in sich ruhend und stimmig. In Teilen aber auch recht poppig. Siehe Dancing shadows, aber vor allem Light and shadow, das mit einem Euro Dance mäßigen Intro aufwartet. Gewöhnungssache. Aber es gibt noch die altbekannten, typischen Hymnen, wenn auch etwas „ruhiger“ als zuletzt. Der Opener The circle z.B. Oder auch The tempest und The lantern, mein persönlicher Favorit mit psychedelischem Touch. Überhaupt ist es meiner Meinung nach, das letzte Drittel des Albums, das den „alten“ Fans noch am ehesten taugen sollte. Auch der Titelsong Borderland weiß absolut zu überzeugen.
Wenn man doch einen heavy Song in Amorphis Manier nennen müsste, dann wäre das ohne Zweifel Bones. Schwere Riffs und (selbst für AMORPHIS nicht untypische) orientalische Melodien. Wie man es drehen und wenden mag, BORDERLAND ist zu 100% AMORPHIS, wenn auch etwas anders, als man es die letzten 20 Jahre kennt. Das muss bei weitem nichts Schlechtes bedeuten, man sollte sich dessen aber bewusst sein. Sich daran gewöhnen. Hat man das mal akzeptiert, findet man in BORDERLAND erneut ein starkes AMORPHIS Album. Ich für meinen Teil werde sicher noch ein paar Durchläufe brauchen.
von mir gibt es 8 von 10 Hellfire-Punkten
Tracklist:
01 – The circle
02 – Bones
03 – Dancing shadow
04 – Fog to fog
05 – The strange
06 – Tempest
07 – Light and shadow
08 – The lantern
09 – Borderland
10 – Despair
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