
© Amon Amarth
Geschrieben von: Klaus S.
Band: Amon Amarth
Album: The Allfather Awakens
Genre: Melodic Death Metal
Plattenfirma: Metal Blade Records
Veröffentlichung: 02.10.2026
Vier Jahre haben die Fans der schwedischen Melo-Deather AMON AMARTH auf einen neuen Longplayer ihrer Lieblinge warten müssen, doch nun steht das mittlerweile dreizehnte Studioalbum der Band parat. Wie schon auf den vorherigen Veröffentlichungen ist Odin, der nordische Allvater, ein zentrales Thema in den Texten der Band, „The Allfather Awakens“ ist jedoch kein Konzeptalbum, sondern eine Sammlung epischer, historisch inspirierter Geschichten über Konflikte, Opferbereitschaft und den Einsatz für ein höheres Ziel.
Von „Altersmüdigkeit“ ist jedoch nichts zu spüren, im Gegenteil, der Opener „Gjallarhorn“ macht direkt mal klar, dass die Schweden nichts von ihrem Biss verloren haben. Während in den Strophen mit treibenden Riffs und aggressiven Vocals durch Asgard gefegt wird, kommen im Refrain die großen Melodien zum Einsatz, bei der das Trinkhorn gehoben und mitgegrölt werden kann. Das sich anschließende „Eight Legs Of Thunder“ klingt fast schon so eingängig wie von einer Melodic Power Metal Band, auch wenn die Growls dies nicht vermuten lassen.
„Kvasir’s Blood“ baut sich zwar nur allmählich, wenngleich dank fieser Growls auch sehr beängstigend auf, bevor der Midtempo Stampfer abermals ne fette Hookline hinlegt. Das bereits vor einem Jahr veröffentlichte „We Rule The Waves“ ist eine Ode an Freiheit, Brüderlichkeit und den Willen, alles zu erobern – nicht nur neue Länder, sondern auch die eigenen Grenzen. Entsprechend feierlich klingt der Chorus. Der wohl ungewöhnlichste Track des AMON AMARTH‘ Kosmos hört auf den Namen „Upphaf“ und kommt im rein akustischen Gewand daher. Die Melodien sind schlicht großartig und wer weiß, vielleicht nimmt der Song ja irgendwann dasselbe Standing ein wie „The Bard’s Song“ bei den blinden Gardinen.
Die Schlachtenhymne „Die With A War Cry“ wirkt wie ein einzig bedrohliches, alles niederwalzendes Ungetüm, an dessen Spitze Johan Hegg unheilvoll grölend über allem thront und den Melodic Anteil fürs erste den Garaus macht. Dieser wird dann auf „Raven God“ wiederbelebt, das melodiöse Grundriff ist ebenso subtil wie genial und mündet abermals in einem unwiderstehlichen Refrain mit gewisser Schunkel-Tendenz. Der Titeltrack erweist sich als etwas zurückhaltenderer Midtempo Track, der in den Strophen zunächst wenig spektakulär wirkt, aber in Kombination mit dem Chorus mit jedem Durchlauf wächst.
„Oden’s Hunt“ kommt dann mit brachialer Wucht herangestürmt und setzt wiederholt ein deutliches Statement, dass die Band trotz Hook-Feuerwerk musikalisch tief im Death Metal verwurzelt ist. Den Abschluss bildet „Ascending Like An Eagle“, ein mehr als sechseinhalb minütiger Song, der einerseits den kriegerischen Kurs fortsetzt, nichts desto trotz mit feinen Gitarren-Harmonien ein gewisses episches Element mit einfließen lässt.
Eine Band, die seit mehr als dreißig Jahren im Geschäft ist, hat es nicht immer leicht, die Fans mit jedem Album zufriedenzustellen, aber ich behaupte mal, dass AMON AMARTH mit „The Allfather Awakens“ der Spagat zwischen Besinnung auf die Frühwerke und dezentem Blick nach vorne mehr als achtungsvoll gelungen ist.
Von mir gibt es 8,5 von 10 Hellfire Punkten.
Tracklist:
- Gjallarhorn
- Eight Legs Of Thunder
- Kvasir’s Blood
- We Rule The Waves
- Upphaf
- Die With A War Cry
- Raven God
- The Allfather Awakes
- Oden’s Hunt
- Ascending Like An Eagle
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