Alexisonfire verbrachten gemeinsamen Hymnen-Abend mit treuer Fanbase im ausverkauften Carlswerk in Köln

©Alexisonfire

 

Geschrieben von Oliver Heberling

Carlswerk Victoria Köln // 16.06.2026. Bevor ALEXISONFIRE am kommenden Wochenende auf dem Hurricane und Southside zwei der ganz großen deutschen Festivalbühnen betreten, schauten sie zum „Aufwärmen“ für eine von zwei Clubshows im Kölner Carlswerk vorbei. Und bewiesen direkt ab dem Opening, dass weder sie noch das Publikum überhaupt aufgewärmt werden müssen.

Den Abend eröffneten die Kalifornier MILITARIE GUN, die ebenfalls auf besagten Festivals spielen werden. Die noch junge Band legte einen soliden Auftritt hin, bei dem der Funke zum Publikum aber nicht so richtig überspringen wollte. Weniger Screamo und mehr Pop Punk als beim Headliner ließen die 40 Minuten Konzert eher so dahin plätschern. Dennoch: Die Band zeigte sich gut aufgelegt mit überzeugendem Sound und ein paar netten Songs. In einem anderen Setting hätten MILITARIE GUN sicherlich bessere Karten gehabt.

Um 21.10 Uhr starteten ALEXISONFIRE dann ihren 80-minütigen Abriss. Mit „Drunks, lovers, sinners and saints“ als Opener hatten sie die Zuschauer von Beginn an fest im Griff und ließen sie bis zum finalen „Happiness by the kilowatt“ auch nicht mehr los. Dazwischen präsentierten die Kanadier eine zwischen allen fünf Alben (plus dem Titeltrack der Dog´s blood-EP) ausgewogene Setlist mit Crisis-Schwerpunkt – das Album feiert immerhin seinen 20. Geburtstag und wird deshalb diesen Sommer in London und Montreal auch nochmal in Gänze abgefeiert.

Die auf Lichteffekte reduzierte Bühnenshow zeigte wo der Schwerpunkt des Abends vielmehr lag: Im verbindenden Element zwischen Band und Fans die top abgemischten dreistimmigen Hymnen gemeinsam zu singen. Egal ob „Young Cardinals“, „Boiled Frogs“ oder „Pulmanory archery“: Das ausverkaufte Carlswerk zeigte sich bei Songs aller Alben absolut textsicher und ließ sich zum Schluss von Wade McNeil auch zu einem gemeinsamen Neil Young-Chor verleiten. Was soll man da sagen außer: Hey, hey, my, my – ALEXISONFIRE can never die!

Die Interaktion mit dem Publikum stimmte. Das Carlswerk kochte nicht bloß wegen der Hitze, sondern versank in einem Meer aus Fäusten und tosendem Applaus. George Pettit sah sich dazu verleitet sich sein Unterhemd mit bloßen Händen vom Leib zu reißen. Zwischendurch – nach meinem persönlichen Song-Highlight „.44 caliber love letter“ – widmete die Band ihren Song „Blue spade“ vom aktuellsten Album Otherness einer 78-jährigen Konzertbesucherin aus ihrem gemeinsamen Heimatort St. Catharines, die Teile der Band beim Besuch des Kölner Doms kennengelernt haben und anschließend zum Konzert einluden. 

Die gemeinsam mit ihrer treuen Fanbase gealterte Truppe präsentierte sich in absoluter Top-Form und machte viel mehr als ein einfaches Club-Warm-Up für den Festivalsommer vor allem Bock auf das angekündigte sechste Album, das noch in diesem Jahr erscheinen soll.

Setlist:

01 – Drunks, lovers, sinners and saints
02 – Boiled frogs
03 – Sans soleil
04 – We are the sound
05 – Sweet dreams of otherness
06 – .44 caliber love letter
07 – Blue spade
08 – Rough hands
09 – Born and raised
10 – It was fear of myself that made me odd
11 – Pulmanory archery
12 – Accidents
13 – Dog´s blood

Zugabe:

14 – This could be anywhere in the world
15 – Young cardinals
16 – Happiness by the kilowatt

Weitere Infos:

Alexisonfire
Carlswerk Victoria

Speichere in deinen Favoriten diesen Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.